zur Fotoserie "was bleibt"

Indem das Porträt fragmentiert und damit als fassbares Gegenüber verweigert und aufgelöst wird, kann in der Distanz das eigene Fremde erinnert werden. Dabei erzeugen die konzentrierten Nah- und Langzeitaufnahmen der Gesichter eine Spannung zwischen Nähe und gleichzeitiger Ferne. Verstärkt durch die Größe der Drucke, lösen sich die Gesichtszüge bei einer Annäherung ans Bild in Bildpunkte auf und bilden neue Strukturen.

Was bleibt vom Individuellen, wenn das Sichtbare fragmentiert und neu in Beziehung gesetzt wird, was bleibt, wenn sich der Blick der Porträtierten in ständiger Bewegung dem Fotografen und Betrachter verweigert?

„Gesichtszüge werden durch Unschärfe soweit verflächigt und abstrahiert bis eine eigenartige, emotionale Intensität menschlicher Präsenz durchscheint.  Das Porträt des Einzelnen ist als eine zerbrechliche Erscheinung in der Zeit reflektiert und in eine Auseinandersetzung mit der sich entziehenden ephemeren Wirklichkeit und Erinnerung versetzt.“ (Prof. Silke Grossmann)

Susan Paufler